DIVERSITY MANAGEMENT
Zielsetzung
Diversity Management als Management Ansatz verfolgt die aktive Gestaltung der Belegschaftsstruktur, um ein einzigartiges Humankapital aufzubauen und die Vielfalt der Mitarbeiter als Grundlage für Wettbewerbsvorteile zu nutzen. Diversity Management berührt wesentliche Themenfelder, mit denen sich Unternehmen für die Sicherung ihres Geschäftserfolgs zukünftig auseinandersetzen müssen, wie z.B. die fortschreitende Globalisierung, die Überalterung der Belegschaftsstruktur oder die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften.
Ziel der vorliegenden Studie "Vielfalt als Wettbewerbsfaktor nutzen" ist es, ein Lagebild zur Verbreitung von Diversity Management in der Hansestadt Hamburg zu zeichnen und Unterschiede in der Praxis von Diversity Management zwischen kleinen bzw. mittleren und großen Unternehmen herauszuarbeiten. Die Untersuchung wurde im Frühjahr 2008 an der HSBA HAMBURG SCHOOL OF BUSINESS ADMINISTRATION in Kooperation mit dem HICM HAMBURG INSTITUTE OF CHANGE MANAGEMENT und der HANDELSKAMMER HAMBURG durchgeführt und basiert auf einer Befragung von 112 Entscheidern Hamburger Unternehmen.
Die Ergebnisse deuten an, dass das Konzept Diversity Management bei Hamburger Unternehmen noch nicht umfänglich bekannt ist und bislang eher verhalten praktiziert wird.
Insgesamt scheinen zudem große Unternehmen bei Konzeption und Umsetzung von Diversity Management weiter zu sein als die Vielzahl der in der Studie befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Die untersuchten Unternehmen halten Diversity Management mehrheitlich für nutzenstiftend. Sie versprechen sich von Mitarbeitervielfalt insbesondere die Förderung von Kreativität und Lernen sowie die Erleichterung des Zugangs zu neuen Märkten und Kundengruppen.
Die Aspekte Alter, Geschlecht, Behinderung und mit Abstand Migration erachten die Unternehmen vor dem Hintergrund ihrer Belegschaftsstruktur für besonders relevante Dimensionen von Mitarbeiter-Vielfalt.
Nahezu alle befragten Unternehmen planen oder haben bereits erste Maßnahmen zur Förderung von Mitarbeiter-Vielfalt eingeführt. Effektivität und Eignung der Maßnahmen als Grundlage von Wettbewerbsvorteilen bleibt indes unklar, da der Erfolg des Diversity Managements nur vereinzelt über entsprechende Kenngrößen gesteuert wird.
Für die Zukunft gehen die Befragten mehrheitlich von einer weiteren Bedeutungszunahme von Diversity Management aus. Als wesentliche Herausforderungen bei der Einführung und Weiterentwicklung von Diversity Management erachten sie den Aufbau von Akzeptanz für das Konzept bei Führungskräften und Mitarbeitern sowie die Gestaltung von unternehmensindividuellen und passgenauen Maßnahmen. Die Implementierungs-entscheidung dürfte in den wenigsten Fällen auf Basis eines Business Cases, sondern eher aufgrund des kollektiven Glaubens an den Nutzen des Konzepts erfolgen, da die befragten Unternehmen die Wirtschaftlichkeit von Diversity Management überwiegend nicht einschätzen können.
Praktiker-Leitfaden
Die Nutzung von Mitarbeiter-Vielfalt als Wettbewerbsfaktor wird oftmals einen kulturellen und langfristigen Transformationsprozess des Unternehmens bedingen. Als integrativer Ansatz wird hierfür das 3-S-Diversity Management Modell vorgeschlagen. Es bietet einen konzeptionellen Rahmen, um Diversity Management im Unternehmen strategie-orientiert zu implementieren und so die in der Studie identifizierten praktischen Schwächen zu überwinden.
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